# KI für Epicor Kinetic: Antworten aus Ihren ERP-Daten

> Source: https://netray.co/de/epicor-kinetic-ki
> Language: de
> Publisher: Netray (netray.co)
> English version: https://netray.co/erp-ai/epicor-kinetic-ai-integration

KI auf Epicor Kinetic bedeutet in der Praxis: Mitarbeiter fragen in natürlicher Sprache nach Aufträgen, Jobs, Teilen und Beständen und erhalten belegte Antworten aus den Live-Daten. Netray setzt dafür offene Sprachmodelle ein, die auf Ihrer Hardware oder in Ihrer privaten Cloud laufen. Schreibzugriffe gibt es nur nach menschlicher Freigabe.

Epicor Kinetic ist bei vielen Fertigern im deutschsprachigen Raum im Einsatz, oft als Nachfolger von Epicor 9 oder Vantage, häufig bei Tochtergesellschaften internationaler Konzerne. Die Datenbasis ist umfangreich: Auftragsverwaltung, Job Management, Materialbedarfsplanung, Einkauf, Lager und Qualität liegen in einer gemeinsamen Datenbank.

Das Problem ist selten fehlende Information, sondern der Weg dorthin. Wer wissen will, warum ein Job zu spät ist, öffnet Job Tracker, Supply Demand Inquiry, Part Tracker und mehrere Dashboards. Eine KI-Schicht kann diese Wege abkürzen, ohne dass Sie Ihre Prozesse umbauen.

## Typische Anwendungsfälle auf Kinetic

Der erste Nutzen entsteht bei Abfragen, die sonst ein Ticket an die IT oder einen manuellen BAQ (Business Activity Query) erfordern. Beispiele: Welche offenen Kundenaufträge hängen an Teilen mit negativer Verfügbarkeit? Welche Jobs haben einen Materialengpass in dieser Woche? Welche Lieferanten haben in den letzten sechs Monaten mehrfach verspätet geliefert?

Der zweite Bereich ist die Unterstützung bei Auswertungen und Anpassungen: Entwurf von BAQs und Dashboards, Erklärung bestehender Business Process Rules, Dokumentation von Customizations vor einem Versionswechsel. Das Ergebnis prüft immer ein Mensch, bevor es in den Betrieb geht.

- Job- und Materialengpässe aus Job Management und Supply Demand erklären
- Auftragsstatus und Liefertermine für den Vertrieb ohne Umweg über die Disposition
- Lieferantenbewertung aus Wareneingang (Receipts) und Bestellungen
- Entwurf von BAQs und Dashboards als Vorschlag zur Prüfung
- Dokumentation von Customizations und Business Process Rules

## Architektur: Wo die Daten bleiben

Der Zugriff erfolgt über die Kinetic REST API oder lesend direkt auf die Datenbank beziehungsweise ein Reporting-Replikat. Wir empfehlen ein Replikat, damit Abfragen die Produktivlast nicht beeinflussen. Die Antworten stützen sich auf Abfragen gegen diese Quelle, und die verwendete Abfrage wird dem Benutzer angezeigt.

Das Sprachmodell ist ein offenes Modell (Llama-, Qwen-, Mistral- oder Gemma-Klasse), betrieben mit vLLM oder Ollama auf Ihren GPUs oder in Ihrer privaten Cloud in einem EU-Rechenzentrum. Es gehen keine Prompts oder ERP-Daten an externe KI-Dienste. Wenn Ihr Kinetic bei Epicor in der Cloud läuft, klären wir zuerst, welche Zugriffswege der Vertrag erlaubt.

## Berechtigungen, DSGVO und Betriebsrat

Die KI sieht nur, was der jeweilige Benutzer in Kinetic sehen darf. Rollen und Sicherheitsgruppen werden übernommen, nicht umgangen. Standardmäßig ist der Zugriff lesend. Jede Schreibaktion, etwa ein Bestellvorschlag, braucht eine ausdrückliche Freigabe.

Personenbezogene Daten wie Mitarbeiter- oder Ansprechpartnerdaten behandeln Sie nach DSGVO: Zweckbindung, Löschkonzept, Protokollierung. Bei Leistungs- und Verhaltenskontrolle greift die Mitbestimmung nach Betriebsverfassungsgesetz. Wir empfehlen, den Betriebsrat früh einzubinden und Auswertungen auf Personenebene gar nicht erst zu aktivieren.

## So starten Sie: Assessment und Pilot

Ein sinnvoller Start ist ein zweiwöchiges Assessment: Welche Fragen stellen Disposition, Vertrieb und Einkauf wirklich, wie sauber sind Stammdaten wie Teilestamm, Stücklisten und Lieferantenzuordnung, welche Kinetic-Version und welcher Betriebsweg liegen vor. Daraus entsteht eine Liste von 10 bis 20 Testfragen mit bekannten Antworten.

Der Pilot läuft dann mit einer Abteilung und Lesezugriff auf einem Replikat. Gemessen wird, wie oft die Antwort stimmt und wie viel Zeit sie gegenüber dem bisherigen Weg spart. Erst danach lohnt sich die Ausweitung.

## Wann reicht die Epicor-eigene KI?

Epicor bietet eigene KI-Funktionen an, zum Beispiel den Epicor Prism Assistenten. Wenn Sie ohnehin in der Epicor-Cloud sind, nur Standardabfragen brauchen und keine Anforderung an Datenresidenz oder eigene Modelle haben, kann das ausreichen und ist einfacher zu betreiben. Prüfen Sie Funktionsumfang und Datenverarbeitung im aktuellen Vertrag.

Ein eigener, privater Aufbau lohnt sich, wenn Sie On-Premise betreiben, mehrere Systeme (Kinetic, MES, Dokumente) gemeinsam befragen wollen, strenge Vorgaben von Kunden aus Luftfahrt oder Rüstung erfüllen müssen oder Modelle selbst kontrollieren möchten.

## FAQ

### Läuft die KI für Epicor Kinetic wirklich ohne Cloud?

Ja, wenn Sie das wollen. Das Modell läuft auf Ihren GPUs oder in Ihrer privaten Cloud. Voraussetzung ist ein Zugriffsweg auf Kinetic, meist REST API oder ein Datenbank-Replikat.

### Kann die KI Daten in Kinetic ändern?

Standardmäßig nicht. Der Zugriff ist lesend. Schreibaktionen sind möglich, erfordern aber eine menschliche Freigabe und laufen über die Kinetic API mit den Rechten des Benutzers.

### Welche Kinetic-Versionen werden unterstützt?

Das hängt vom verfügbaren Zugriffsweg ab. Die REST API gibt es in neueren Kinetic- und Epicor-10-Ständen, bei älteren Installationen arbeiten wir über ein Datenbank-Replikat. Das klären wir im Assessment.

### Was ist mit dem Betriebsrat?

KI-Auswertungen können Leistungs- oder Verhaltenskontrolle berühren. Beziehen Sie den Betriebsrat früh ein und schließen Sie personenbezogene Auswertungen im Piloten aus.

### Wie lange dauert ein Pilot?

Realistisch sind wenige Wochen für Assessment und ersten Pilot mit einer Abteilung. Der Aufwand hängt vor allem von Datenqualität und Zugriffsfreigaben ab.
