# KI für Rüstungs- und Luftfahrtzulieferer: VS-NfD, on-prem und air-gapped

> Source: https://netray.co/de/ki-ruestung-luftfahrt-vs-nfd
> Language: de
> Publisher: Netray (netray.co)

Zulieferer mit VS-NfD-Daten, Exportkontrolle oder Kundenvorgaben dürfen ihre ERP-Daten meist nicht an Cloud-KI senden. Ein lokal betriebenes, schreibgeschütztes Modell auf eigenen GPUs, auch im abgeschotteten Netz, macht KI trotzdem möglich. Freigaben und Einstufungen bleiben Ihre Verantwortung.

Rüstungs- und Luftfahrtzulieferer im Mittelstand stehen vor einer Zwickmühle. Konstruktionsdaten, Stücklisten, Prüfpläne und Lieferbeziehungen sind genau die Daten, bei denen KI den größten Nutzen hätte, und zugleich die, die am wenigsten in eine öffentliche Cloud gehören.

Die Gründe sind vielfältig: Als Verschlusssache eingestufte Informationen (VS-NfD und höher), Exportkontrolle nach AWG, AWV und der Dual-Use-Verordnung (EU) 2021/821, Vorgaben von Auftraggebern wie Airbus, Rheinmetall, Hensoldt oder Diehl, sowie der Schutz von Konstruktionswissen.

Wir behaupten keine Zulassungen oder Geheimschutzstatus für Netray. Diese Seite beschreibt, wie sich eine Architektur gestalten lässt, mit der Sie Ihre eigenen Pflichten einhalten können.

## Die Anforderungen im Überblick

VS-NfD (Verschlusssache, nur für den Dienstgebrauch) ist die niedrigste Einstufung nach der Verschlusssachenanweisung. Für die Verarbeitung gelten Vorgaben zu Zugriff, Verarbeitung auf geeigneten IT-Systemen und Weitergabe; auftragsabhängig verlangen Auftraggeber zusätzliche Maßnahmen. Höhere Stufen (VS-Vertraulich und höher) erfordern Geheimschutz, Betreuung durch das zuständige Ministerium und gesondert zugelassene Umgebungen.

Im Luftfahrtbereich kommen Qualitäts- und Zulassungsvorgaben hinzu: EN 9100, EASA Part 21 für Entwicklungs- und Herstellungsbetriebe, Rückverfolgbarkeit von Seriennummern und Chargen, Erstmusterprüfung nach AS9102. Für KI bedeutet das: Nachvollziehbarkeit hat Vorrang vor Komfort.

- VS-NfD und höhere Einstufungen: Verarbeitung nur in geeigneter, freigegebener Umgebung
- Exportkontrolle: Technologie-Transfer an Dritte und Zugriff aus dem Ausland beachten
- Kundenvorgaben und Flow-down-Klauseln in Rahmenverträgen
- Rückverfolgbarkeit und Dokumentation nach EN 9100 und EASA Part 21

## Konkrete Anwendungsfälle auf ERP-Daten

Typische Fragen im ERP von Zulieferern: Welche Teile sind exportkontrollrelevant und in welchen Baugruppen stecken sie? Welche Lieferanten sind für ein Los zugelassen? Welche Seriennummern hängen an einer Abweichungsmeldung? Welche offenen Aufträge gefährden einen Meilenstein?

Auch Dokumente profitieren: Arbeitsanweisungen, Prüfanweisungen, Abweichungsberichte und Lieferantenaudits lassen sich über eine lokale Retrieval-Schicht durchsuchen. Die KI antwortet mit Quellenverweis, sodass der Prüfer sofort ins Originaldokument springen kann.

- Rückverfolgung: Seriennummer, Charge, Lieferant, Prüfprotokoll
- Stücklisten-Verwendungsnachweis für exportkontrollierte Teile
- Meilenstein- und Lieferverzugsanalyse über Aufträge und Arbeitsgänge
- Suche in Arbeits- und Prüfanweisungen mit Quellenverweis

## Architektur: on-prem und air-gapped

Das Modell läuft auf Ihren GPUs im eigenen Rechenzentrum, offene Modelle wie Llama, Mistral, Qwen oder Gemma werden mit vLLM oder Ollama betrieben. Es gibt keine Verbindung zu externen KI-Diensten. Im Air-Gap-Fall werden Modellgewichte und Software über einen kontrollierten Datenträgerweg eingebracht und geprüft, und das System kommuniziert nur mit den freigegebenen internen Datenquellen.

Die Anbindung an das ERP erfolgt lesend, mit den Rollen und Berechtigungen des Benutzers. Eine Rolle ohne Zugriff auf bestimmte Projekte sieht diese auch über die KI nicht. Schreibende Aktionen sind ausgeschlossen oder an menschliche Freigabe gebunden. Jede Abfrage wird protokolliert.

- Kein Datenabfluss: Modell, Index und Protokolle im eigenen Netz
- Abgeschottete Installation mit kontrolliertem Einbringen von Updates
- Rollenbasierter Zugriff aus dem ERP, keine Rechteausweitung
- Protokollierung jeder Abfrage für Audit und Nachweis

## Einstufung und Nachweis bleiben Ihre Aufgabe

Ob ein System für die Verarbeitung von VS-NfD oder höheren Stufen geeignet ist, entscheidet Ihr Geheimschutzbeauftragter beziehungsweise Sicherheitsbevollmächtigter gemeinsam mit der zuständigen Stelle. Das gilt auch für den Einsatz von KI-Software. Wir liefern eine Systembeschreibung, Datenflussdiagramme und Konfiguration, damit diese Prüfung zügig gelingt.

Auch Exportkontrolle ist organisatorisch zu lösen: Wer darf auf welche Daten zugreifen, wo stehen Server, wer administriert sie? Ein Remote-Zugriff durch Dritte aus dem Ausland kann selbst ein Exportvorgang sein. Klären Sie das mit Ihrem Ausfuhrverantwortlichen.

## So starten Sie

Beginnen Sie mit einem unkritischen, aber repräsentativen Datenbestand, etwa Arbeitsanweisungen oder Stammdaten ohne Einstufung, und bauen Sie die Umgebung so, wie sie später für eingestufte Daten gebraucht würde. So lassen sich Netzwerk, Berechtigungen und Prozess prüfen, ohne Vorgaben zu verletzen.

Im Assessment erfassen wir Ihre Datenarten, Einstufungen, vorhandene GPU-Kapazität und Freigabeprozesse. Daraus ergibt sich ein Pilot, der klein genug ist, um ihn mit Ihrem Sicherheitsverantwortlichen abzustimmen.

## Ehrliche Grenzen

Lokale Modelle sind kleiner als die größten Cloud-Modelle. Für Abfragen, Zusammenfassungen und Dokumentensuche genügen sie meist, bei komplexem Schlussfolgern können sie schwächer sein. Wir testen das an Ihren Fragen, bevor Sie investieren.

Hardware, Betrieb und Updates kosten Geld und Personal. Wenn Ihr Datenbestand ohnehin nicht eingestuft ist und Ihre Kunden eine Cloud erlauben, kann eine Cloud-Lösung mit EU-Hosting einfacher sein.

## FAQ

### Dürfen VS-NfD-Daten in eine KI?

Nur in Umgebungen, die für die Verarbeitung geeignet und freigegeben sind. Das entscheiden Ihr Geheimschutzbeauftragter und die zuständige Stelle. Ein lokal betriebenes System ohne externe Verbindung ist eine Voraussetzung, aber keine Freigabe.

### Hat Netray eine Geheimschutzzulassung?

Wir behaupten keine Zulassungen. Die Architektur ist so ausgelegt, dass das System in Ihrer Umgebung betrieben wird, damit Ihre eigenen Zulassungen und Prozesse gelten.

### Funktioniert das in einem abgeschotteten Netz ohne Internet?

Ja. Modelle und Software werden kontrolliert eingebracht, und das System kommuniziert nur mit freigegebenen internen Quellen. Updates erfolgen über einen definierten Prozess.

### Wie wird die Exportkontrolle berücksichtigt?

Organisatorisch: Zugriff, Serverstandort und Administration müssen zu Ihren Ausfuhrvorgaben passen. Die KI sieht nur, was die Rolle des Benutzers im ERP sehen darf.

### Sind lokale Modelle gut genug?

Für Abfragen, Zusammenfassungen und Dokumentensuche meist ja. Bei komplexem Schlussfolgern sind große Cloud-Modelle teils überlegen. Das prüfen wir im Pilot an Ihren echten Fragen.
