Mittelstands-ERP Fertigung
KI für APplus und PSIpenta: Auskunft und Assistenz für die Auftragsfertigung
Kurz gesagt
APplus und PSIpenta bilden Einzel- und Variantenfertigung mit Stücklisten, Arbeitsplänen und Fertigungsaufträgen ab. KI lässt sich als lesende Auskunftsschicht und Assistent darüberlegen, ohne das ERP zu verändern. Sie läuft auf eigener Hardware, Schreibzugriffe gibt ein Mensch frei.
In vielen Maschinenbau- und Anlagenbaubetrieben laufen APplus oder PSIpenta seit Jahren stabil. Das Wissen steckt in den Köpfen der Disponenten, der Arbeitsvorbereitung und des Vertriebs, und die Antwort auf eine einfache Frage wie 'Wann können wir den Auftrag liefern und was blockiert ihn?' erfordert den Gang durch mehrere Masken.
Dieser Leitfaden zeigt, wo KI auf diesen beiden Systemen konkret hilft, wie sie technisch angebunden wird und wann eine Investition keinen Sinn ergibt. Die Aussagen zu Modulen sind allgemein gehalten; die genaue Datenbasis und das Schema hängen von Ihrer Version und Ihren Anpassungen ab und werden im Assessment geklärt.
Die Ausgangslage im Mittelstand
APplus ist ein ERP für Einzel-, Auftrags- und Variantenfertigung, PSIpenta kommt aus dem Umfeld von PSI Software und deckt Fertigung, Planung und Beschaffung ab. In beiden Systemen hängen Angebot, Auftrag, Stückliste, Arbeitsplan, Fertigungsauftrag, Einkauf und Lager eng zusammen. Gerade in der Auftragsfertigung ändern sich Stücklisten und Termine bis kurz vor der Montage.
Typische Schmerzpunkte sind Termin- und Engpassauskünfte, die Suche nach der aktuellen Zeichnung oder Revision, wiederkehrende Rückfragen zwischen Vertrieb und Arbeitsvorbereitung sowie Auswertungen, die nur über Spezialisten oder externe Berichte möglich sind.
Anwendungsfälle auf Stücklisten, Arbeitsplänen und Aufträgen
Ein Auskunftsassistent beantwortet Fragen in natürlicher Sprache auf Basis der Live-Daten: Welche Aufträge sind überfällig und warum? Welche Komponenten fehlen für den Fertigungsauftrag? Welche Stücklisten verwenden ein Teil, das der Lieferant abkündigt? Die Antwort zeigt die zugrunde liegende Abfrage, sodass die Fachabteilung sie prüfen kann.
Zusätzlich lassen sich Dokumente einbinden: Zeichnungen, Prüfpläne, Lieferantenzertifikate und Angebotsunterlagen. Eine private Suche über diese Dateien beantwortet Fragen mit Quellenangabe. Für Angebote kann das System aus ähnlichen früheren Aufträgen Vorschläge für Arbeitsplan und Kalkulation herleiten, die ein Kalkulator prüft.
- Terminauskunft mit Ursachen: fehlendes Material, Kapazität, Fremdfertigung
- Teileverwendung und Änderungsauswirkung über mehrere Stücklistenebenen
- Ähnliche Aufträge für die Angebotskalkulation finden
- Fragen an Zeichnungen, Prüfpläne und Zertifikate mit Quellenangabe
- Entwurf von Rückfragen an Lieferanten bei Terminverzug
Anbindung und Architektur
Der Zugriff erfolgt lesend, über eine Datenbank-Replik, Schnittstellen oder Exporte, je nach Version und Betriebsmodell. Wir vermeiden Eingriffe in das Produktivsystem. Ein Abfrage-Dienst setzt die Frage in eine geprüfte Abfrage um, beachtet die Rollen und Rechte aus dem ERP und liefert nur, was der Benutzer auch in der Maske sehen dürfte.
Das Sprachmodell läuft als offenes Modell mit vLLM oder Ollama auf Ihren GPUs oder in einer privaten europäischen Cloud. Eingaben, Ergebnisse und Protokolle bleiben im Haus. Schreibende Aktionen, etwa eine Terminänderung, werden nur als Vorschlag erzeugt und erst nach Freigabe im ERP ausgeführt.
Datenschutz, Betriebsrat und Compliance
Auftragsdaten enthalten Kundeninformationen, Konstruktionswissen und teils Personenbezug, etwa Mitarbeiterzeiten aus der Betriebsdatenerfassung. Setzen Sie von Anfang an auf Datensparsamkeit: nur die Tabellen und Dokumente, die der Anwendungsfall braucht, mit klarer Rollentrennung.
Sobald Leistungs- oder Verhaltensdaten berührt sind, ist der Betriebsrat nach dem Betriebsverfassungsgesetz einzubinden. Praktisch bewährt: Anwendungsfälle ohne Personenbezug zuerst, Mitarbeiterdaten ausgeschlossen oder pseudonymisiert, Protokollierung transparent. Für Kunden mit Geheimhaltungsvereinbarungen ist ein Betrieb ohne externe Cloud-API oft die Voraussetzung.
Einstieg, Pilot und ehrliche Grenzen
Ein sinnvoller Start ist ein kurzer Pilot auf einem Bereich, etwa Terminauskunft für den Vertrieb. Zuerst klären wir Version, Datenzugriff, Qualität der Stammdaten und Zielgruppe, danach bauen wir einen lesenden Prototyp mit zehn bis zwanzig realen Fragen und messen, wie oft die Antwort korrekt und nachvollziehbar ist.
Ehrlich: Sind Ihre Stammdaten uneinheitlich, Termine nicht gepflegt oder Rückmeldungen aus der Fertigung unvollständig, erzeugt KI nur schneller falsche Auskünfte. Dann ist Datenqualität die erste Investition. Und wenn Ihnen vorhandene Standardberichte oder ein BI-Werkzeug ausreichen, brauchen Sie keine KI. Wir sagen das im Assessment offen.
Häufige Fragen
Lässt sich KI auf APplus oder PSIpenta ohne Eingriff ins ERP aufsetzen?
Ja, in der Regel lesend über eine Datenbank-Replik, Schnittstellen oder Exporte. Das Produktivsystem bleibt unverändert. Welcher Weg passt, hängt von Version, Betriebsmodell und Anpassungen ab und wird im Assessment geklärt.
Bleiben unsere Konstruktions- und Auftragsdaten im Haus?
Ja, wenn das Modell auf eigener Hardware oder in einer privaten europäischen Cloud läuft. Dann verlässt weder die Anfrage noch das Ergebnis Ihre Umgebung, und es ist keine externe KI-Schnittstelle nötig.
Kann die KI Aufträge oder Termine direkt im ERP ändern?
Standardmäßig nicht. Die Anbindung ist lesend. Änderungen werden als Vorschlag erzeugt und erst nach menschlicher Freigabe im ERP durchgeführt, mit Protokoll.
Wie berücksichtigt die Lösung Benutzerrechte aus dem ERP?
Der Abfrage-Dienst übernimmt Rollen und Berechtigungen, sodass Benutzer nur Daten sehen, die sie auch in den Masken sehen dürfen. Die genaue Umsetzung hängt von der Rechtestruktur Ihres Systems ab.
Wann lohnt sich KI hier nicht?
Wenn Standardberichte und BI bereits alle Fragen beantworten oder wenn Stammdaten und Rückmeldungen so lückenhaft sind, dass jede Antwort unsicher bleibt. Dann zuerst Datenqualität verbessern.
Weitere Leitfäden
KI-Agenten auf dem bestehenden ERP: ohne Migration, mit Freigabe durch Menschen
KI-Agenten auf dem vorhandenen ERP statt Migration: Einkauf, Disposition, Qualität und Vertrieb unterstützen, mit Freigabe durch Menschen, On-Premise und DSGVO-konform.
ERP und Fertigungsdaten (On-Premise)Souveräne KI on-premise: offene Modelle im eigenen Haus für Fertigungsunternehmen
Souveräne KI im eigenen Rechenzentrum: offene Modelle, GPU-Auslegung, DSGVO, Geheimschutz und Betrieb für Fertiger, die ERP-Daten nicht in die Cloud geben wollen.
ERP (abas, proALPHA, APplus, PSIpenta, Infor, SAP)E-Rechnungspflicht: XRechnung und ZUGFeRD aus dem ERP, und wo KI sinnvoll hilft
E-Rechnungspflicht in Deutschland: XRechnung und ZUGFeRD aus dem ERP erzeugen und empfangen, Fristen 2025 bis 2028, GoBD, Prüfung und KI auf Eingangsrechnungen.
ERP und OT-nahe SystemeNIS2 in der Fertigung: Was ERP, Schnittstellen und KI-Systeme jetzt leisten müssen
NIS2 in der Fertigung: Pflichten, Meldefristen und Lieferkette, und was sie für ERP, Schnittstellen und KI-Systeme bedeuten. Praxisleitfaden für den Mittelstand.
SAP S/4HANAKI für SAP S/4HANA on-premise: Antworten aus Ihren Daten, ohne dass etwas das Haus verlässt
KI auf SAP S/4HANA im eigenen Rechenzentrum: lokale Sprachmodelle, Zugriff über CDS Views und OData, Berechtigungen bleiben erhalten, DSGVO-konform und ohne Cloud-Abfluss.
abas ERPKI für abas ERP: Aufträge, Stücklisten und Varianten in Klartext abfragen
KI für abas ERP im Mittelstand: Fragen an Aufträge, Stücklisten und Infosysteme in natürlicher Sprache, mit lokalem Sprachmodell und ohne Daten an externe Dienste.
KI für Ihr ERP, sinnvoll eingesetzt
Buchen Sie ein kostenloses ERP-KI-Assessment. Wir klären Datenweg, Modell und Betriebsort und sagen Ihnen ehrlich, wenn KI nicht das richtige Werkzeug ist.
Kostenloses Assessment buchen