DeutschERP-KI Ausschreibung

Anbieterauswahl

KI-Anbieter für Ihr ERP auswählen: Lastenheft und RFP

Kurz gesagt

Ein gutes Lastenheft für ERP-KI beschreibt Anwendungsfälle, Datenzugriff, Betriebsort, Rechte und Nachweise, nicht Modellnamen. Fragen Sie nach Testmengen, Belegen für jede Antwort und klaren Verantwortlichkeiten. Misstrauen ist angebracht bei pauschalen Versprechen und fehlenden Messungen.

Wer heute KI für sein ERP einkauft, bekommt Angebote von Herstellern, Systemhäusern, Beratungen und spezialisierten Anbietern. Die Unterschiede sind schwer zu erkennen, weil alle von 'KI-Assistenten' sprechen. Ein strukturiertes Lastenheft und ein kurzer RFP schaffen Vergleichbarkeit.

Dieser Leitfaden ist keine Rechtsberatung. Prüfen Sie Verträge, Datenschutz und die Anforderungen aus dem EU AI Act mit Ihrer Rechts- und Datenschutzabteilung.

Was ins Lastenheft gehört

Beginnen Sie mit Anwendungsfällen, nicht mit Technik: Welche zehn Fragen oder Aufgaben sollen gelöst werden, von wem, mit welchen Daten, wie oft? Ergänzen Sie Systeme (ERP-Version, MES, CAQ, Dokumentenablagen), Nutzerzahl und Sprachen.

Beschreiben Sie dann die Rahmenbedingungen: Betrieb On-Premise oder in der privaten Cloud, Rechenzentrumsstandort, Anbindung an Rechte- und Rollenkonzept, Protokollierung, Freigabeprozess bei Schreibaktionen und Anforderungen von Kunden, etwa aus Luftfahrt und Rüstung.

  • Anwendungsfälle mit Beispielfragen und erwarteten Antworten
  • Systemlandschaft, Versionen und Zugriffswege
  • Betriebsort, Hardware und Netzwerkzonen
  • Rechte, Rollen, Protokollierung und Freigaben
  • Akzeptanzkriterien mit Testmenge und Messverfahren

RFP-Fragen, die Anbieter unterscheiden

Fragen Sie konkret: Welche Modelle werden eingesetzt, wo laufen sie, und gehen Daten oder Prompts an Dritte? Wie wird jede Antwort belegt? Wie werden ERP-Rechte übernommen? Was passiert bei einer falschen Antwort, und wie wird sie gemeldet und korrigiert? Wer ist Auftragsverarbeiter, wer Unterauftragnehmer?

Fragen Sie auch nach dem, was nicht funktioniert: Welche Fälle würden Sie in unserem Umfeld nicht empfehlen? Ein Anbieter, der keine Grenzen nennen kann, hat sein Produkt wahrscheinlich nicht an realen Daten gemessen.

Datenschutz, Haftung und Compliance

Klären Sie die Rolle nach DSGVO, den Vertrag zur Auftragsverarbeitung, Löschfristen und mögliche Drittlandübermittlungen. Wenn Beschäftigtendaten betroffen sein können, gehört der Betriebsrat in den Prozess. Prüfen Sie außerdem, ob Ihr Einsatzfall unter den EU AI Act fällt und welche Pflichten Sie als Betreiber haben.

Verlangen Sie keine Zertifikate, die der Anbieter nicht haben kann, sondern konkrete Nachweise: Architekturbeschreibung, Datenflussdiagramm, Protokolle, Testergebnisse. Bei Bedarf prüfen Sie den Aufbau selbst oder durch Dritte. Behauptungen zu ISO-, CMMC- oder ITAR-Konformität sind auf Belegbarkeit zu prüfen.

Bewertung und Pilot statt Foliensatz

Bewerten Sie nach gewichteten Kriterien: Fachliche Passung, Datenschutz und Betrieb, Qualität der Antworten, Integrationsaufwand, Wartung und Gesamtkosten über drei Jahre. Wichtiger als jede Präsentation ist ein Pilot mit Ihrer Testmenge. Geben Sie zwei bis drei Anbietern dieselben 30 Fragen und vergleichen Sie Trefferquote, Belege und Antwortzeit.

Legen Sie vorab fest, wann der Pilot als bestanden gilt und was danach passiert. So vermeiden Sie Pilote ohne Entscheidung.

Warnsignale

Vorsicht bei Anbietern, die ohne Blick auf Ihre Daten Trefferquoten versprechen, die Datenverarbeitung nicht erklären wollen, Schreibzugriff als Standard anbieten oder nur ein einziges Modell ohne Alternative nennen. Ebenso bei Preisen, die ausschließlich an Tokenverbrauch hängen, ohne Obergrenze.

Der Hersteller Ihres ERP ist ebenfalls ein Kandidat. Wenn seine eigene KI Ihre Fragen abdeckt und Ihre Datenschutzanforderungen erfüllt, ist das oft der einfachste Weg. Ein spezialisierter Anbieter lohnt sich, wenn Sie mehrere Systeme verbinden, privat betreiben müssen oder Modelle kontrollieren wollen.

Häufige Fragen

Brauche ich für ERP-KI eine förmliche Ausschreibung?

Nicht zwingend. Ein kurzes Lastenheft mit einem Pilot an einer gemeinsamen Testmenge liefert meist bessere Entscheidungsgrundlagen als ein langer Fragebogen. Öffentliche Auftraggeber haben eigene Vergabevorgaben.

Welche Kriterien sind am wichtigsten?

Fachliche Passung, Datenfluss und Betriebsort, belegbare Antwortqualität, Rechtekonzept und Gesamtkosten. Das Gewicht richten Sie nach Ihrer Branche aus.

Wie vergleiche ich Anbieter fair?

Mit derselben Testmenge von Fragen, derselben Datenbasis und vorab festgelegten Messgrößen wie Trefferquote, Belegqualität und Antwortzeit.

Was gehört in den Vertrag?

Auftragsverarbeitung, Unterauftragnehmer, Betriebsort, Löschfristen, Support, Verantwortung bei Fehlern und Ausstiegsregeln. Lassen Sie den Vertrag juristisch prüfen.

Sollte ich auf Hersteller-KI warten?

Das kommt auf Ihre Anforderungen an. Decken die Funktionen Ihre Fragen ab und passt der Datenschutz, ist Warten oft sinnvoll. Wenn nicht, ist ein Pilot mit einem privaten Aufbau eine Alternative.

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